Roy Lichtenstein
24. Mai bis 27. September 1998

Der 1923 in New York geborene Roy Lichtenstein gilt neben Andy Warhol als Hauptvertreter der amerikanischen Pop Art. Diese Kunst übernahm die banale Ästhetik der Konsumwelt scheinbar eins zu eins in ihre Bilder und wollte mit diesem neuen Realismus die Vorherrschaft des Abstrakten Expressionismus brechen. 1961 benutzte Lichtenstein in "Look Mickey" erstmals das Einzelbild eines Comicstrips. Dabei kam auch das für seine Malerei so typische Punkteraster erstmals zum Einsatz.

Die genauere Betrachtung des Gesamtwerks, das verschiedenste Sujetbereiche wie Landschaften, Stilleben, Interieurs und auch Zitate aus der Geschichte der modernen Malerei umfasst, enthüllt aber, dass Lichtensteins Tribut an die Alltags- und Massenästhetik doppeldeutig und sein Vorgehen das eines Nehmens und Gebens war. Er wählte seine Sujets sehr genau aus, um diese dann in ein Stück eigenständige Malerei zu verwandeln - Gemälde, die die Geschichte der Malerei durch neue Techniken bereichern und fortsetzen.

Im September 1997 starb Roy Lichtenstein. Das Projekt der Fondation Beyeler ist die erste grössere Museumsausstellung nach dem Tode des Künstlers. Die rund 70 ausgestellten Werke umfassen sämtliche Schaffensphasen seit Anfang der 60er Jahre.

In die Ausstellung integriert wurde eine Video Lounge, die unter anderem mit der neuesten Möbelkreation des dänischen Designers Verner Panton ausgestattet ist. Auf sechs Monitoren ist dort eine Auswahl von Klassikern des Cartoon wie auch des abstrakten Trickfilms von den 20er Jahren bis heute zu sehen. (Zusammenstellung des Programms: Frank Braun)